Zum Inhalt springen

"30 Jahre Öffnung des Eisernen Vorhangs"

 

Die Horner Ausstellung „30 Jahre Öffnung des Eisernen Vorhangs“ wird auf zwei Ebenen gezeigt – in der großen Halle im Erdgeschoß wird die Geschichte des „Eisernen Vorhangs“ von 1945 bis 1989 dargestellt, im kleineren, galerieartigen Raum darüber geht es um die Entwicklungen der vergangenen 30 Jahre. Hier geht es um die Überwindung dieser Grenze durch große und kleine Initiativen in verschiedensten Bereichen, von der privaten Ebene bis zu großen Infrastrukturprojekten. Da es unmöglich ist, alle diese Initiativen darzustellen, wählen wir einige Beispiele aus und ersuchen die Besucher/innen – darunter hoffentlich viele, die selbst aktiv geworden sind – von eigenen Erfahrungen und Projekten zu berichten.

Für heutige Jugendliche und junge Erwachsene dagegen liegen der Kalte Krieg und der Fall des „Eisernen Vorhanges“ weit in der Vergangenheit. Sie verbinden keine persönlichen Erfahrungen, kein Lebensgefühl damit. Daher haben Schüler/innen der Polytechnischen Schule Horn Zeitzeugen und aktive „Grenzüberschreiter“ befragt und mit tatkräftiger Unterstützung von Brigitte und Thomas Samhaber sowie des Filmclub Horn Interviewclips und einen Film gestaltet. Davon ausgehend versuchen wir, sie im Rahmen eines Vermittlungsprogrammes zur Auseinandersetzung mit dem Thema „Grenzen“ hinzuführen – auch zu Grenzen im übertragenen Sinn, solchen, die sie vielleicht in ihrem eigenen Leben beschäftigen. Auch solche „Grenzerzählungen“ der jungen Menschen werden in der Ausstellung zu sehen sein.

Es gibt also interaktive Angebote für zwei unterschiedliche Gruppen, die Ausstellung mit eigenen Beiträgen zu bereichern. Wir sehen Schreibplätze und Präsentationsflächen dafür vor und hoffen, dass sie intensiv genutzt werden.

Menschen auf beiden Seiten der Grenze lebten bis 1989 in einer zum Teil sehr ähnlichen, zum Teil aber auch völlig unterschiedlichen Welt. Zum Teil unterschiedlich ist bis heute auch der Blick auf die Ereignisse. Das hat sich zum Beispiel in der Diskussion mit den Projektpartnern vom Technischen Museum in Brno über das Logo gezeigt. Stand für unsere tschechischen Partner der „Fall“ der vordem fast unüberwindlichen Grenze im Vordergrund, so war es für die österreichische Seite mehr deren „Öffnung“. Das ist ein feiner, aber emotional wichtiger Unterschied. Wir möchten in der Ausstellung solche Unterschiede in der Deutung der historischen Ereignisse nicht verdecken, sondern bewußt machen. So wird ein Teil der Ausstellung von den Brünner Kuratoren gestaltet, ein Teil von unserem Horner Team. Es wird spannend sein zu sehen, wie diese beiden Teile miteinander korrespondieren und in Dialog treten.